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Käse kleine Stinker

Tatort Küche: Käsespezial

Futtermehle im Detail


Ein kleiner Wegweiser zum Mischen eines guten Grundfutters

Wie man ein gutes Grundfutter anfeuchtet und für den Einsatz am Wasser vorbereitet, wurde schon von vielen Autoren gut und ausführlich beschrieben. Auch das weitreichende Angebot an Fertigfutter deckt viele Angeltechniken, Zielfische und Gewässertypen ab. Das macht es dem Angler leicht ein passendes Futter zu finden. Das Tolle ist, dass er damit auch Fische fangen kann, ohne sich viele Gedanken über die Zusammensetzung des Futters machen zu müssen. Seine Ausbeute kann der Angler aber auch bewusst steigern, indem er sein Futter durch die Zugabe verschiedener Futtermehle aufwertet und den Bedingungen optimal anpasst.

Angefangen habe ich zunächst mit der Zugabe von diversen Futtermehlen zum fertigen Grundfutter. Dabei war mir wichtig, wie sich das Futter in der Absinkphase und am Grund verhält. Wie schnell es aus dem Korb fällt, wie es arbeitet, also ob es in sich zusammenfällt oder ob sich eine aktive Futterwolke um den Korb bildet. Den Vorgang kann man wunderbar in einem durchsichtigen Eimer oder direkt am Wasser im Uferbereich beobachten.

Vorweg genommen möchte ich noch sagen, dass alle Angaben auf eigenen Erfahrungswerten basieren und keineswegs ein Status Quo sind. Sie sollen vielmehr als Anhaltspunkte dienen, um den Einstieg in das Verfeinern von Futtermischungen zu erleichtern.
Zuerst sollte man abgrenzen wo, wann und auf welchen Zielfisch das Futter eigentlich verwendet werden soll. Wie oben bereits erwähnt gibt es sog. Basismehle, welche unserem Futter eine Grundstruktur geben. Ein typisches Basismehl wäre zum Beispiel Paniermehl. Daneben gibt es noch die arbeitenden Mehle, welche mein Futter entweder binden oder "aktiv" machen, indem sie unter Wasser stark arbeiten. Zu guter Letzt gibt es noch die Geschmacksmehle, die jeder Karpfenspezi und Boilieroller kennt. Sie verleihen unserem Futter das gewisse Etwas und machen es noch attraktiver für den Fisch.
Manchmal ist es auch erforderlich, das Futter gezielt vom Untergrund abzuheben. Vor allem im späten Frühjahr und Herbst, wenn die Fische aktiv auf Nahrungssuche sind. Im Winter dagegen versuche ich das Futter dem Gewässerboden anzupassen. In den meisten Fällen ist es ein dunkles Braun. Aber auch auf einem schwarzen Futterteppich halten sich die Fische gerne zum Fressen auf. Das liegt daran, dass sie sich auf einem unauffälligen Futterplatz nicht sonderlich von ihrer Umgebung abheben und somit auch Räubern nicht sofort ins Auge fallen.

Im Frühjahr setze ich auf rötliches Futter. Das hat den Vorteil, dass ich mir die lästigen Kleinfische aus oben genannten Gründen vom Platz fernhalten kann. Im Sommer ist der Tisch von Natur aus schon reichlich gedeckt. In dieser Situation kann ich meinen Futterplatz farblich absetzen, um das Interesse der Fische zu wecken. Die Trumpffarbe für den Sommer ist in meinen Augen Gelb oder ein sehr helles Braun. Wenn ich mir sicher sein kann, dass sich keine oder nur wenige Kleinfische in meinem Bereich aufhalten, nehme ich auch gerne Wolkenbilder um den Lockeffekt zu verstärken.

Basismehle

Paniermehl ist der Klassiker schlechthin. Jeder Friedfisch lässt sich mit einfachem Paniermehl anlocken. Vor allem die Seen und Flüsse urbaner Einzugsgebiete werden im Winter von Entenliebhabern und Vogelfreunden mit Backwaren aller Art eingedeckt. Da die gemahlenen Backwaren im Paniermehl einen kleinen Anteil Salz und Hefe haben, ist dieses Mehl sehr sättigend. Wir Angler sollten also den Anteil in unserem Grundfutter über die Wintermonate hinweg deutlich reduzieren. In der Regel kann sich der Anteil im Futter auf 40-50% belaufen.
Zusätzlich kann man Paniermehl auch besonders gut zum binden von Frühstücksfleischwürfeln benutzen.

Bei Brotmehl wird zwischen hellem und dunklem Mehl unterschieden. Das helle Brotmehl besteht aus gemahlenen Weißbrotresten und ist dem Paniermehl recht ähnlich. Es bindet nicht so gut wie Paniermehl, dafür schmeckt es salziger. Das dunkle Brotmehl besteht in der Regel aus gemahlenen Graubrotresten. Es bindet noch weniger als das helle Brotmehl. Es ist also perfekt für Situationen bei denen ich die Fische nicht erst am Grund locken möchte, sondern schon im Mittelwasser oder an der Oberfläche. Unserem Futter können wir bis zu 50% Brotmehl beimengen.


Unter der Bezeichnung Biskuitmehl versteht man meistens den Tortenbodenbiskuit. Dieses Mehl ist sehr "saftig", schmeckt süßlich und hat einfach ein tolles Aroma. Waffelbiskuit ist dagegen recht leicht und hat einen süßlich-vanilleartigen Touch. Biskuitmehle sind bestens für die Fischerei auf sämtliche Leckermäuler geeignet, allen voran für Brassen und Karpfen. Auch sonst sind sie oft ein Bestandteil meiner Grundfuttermischungen, da sie besonders gut binden und eben ein einzigartiges Eigenaroma besitzen. Bis zu 50% kann der Anteil in einem Grundmix betragen.

Mit Schokobiskuit habe ich erst vor kurzem experimentiert und war echt begeistert. Gerade im Winter ist die dunkle Farbe Trumpf. Aber auch bei schwierigen Bedingungen hat sich der abdunkelnde Effekt bewährt, vor allem bei der Angelei auf größere und dementsprechend wählerische Fische. Das Aroma ist leicht herb und die Bindekraft ist nicht ganz so stark wie bei den anderen Biskuitmehlen. Bisher hat mich ein maximaler Anteil von 25% im Futter überzeugt.

Zwiebackmehl hat einen hervorragenden Eigengeschmack und ein tolles, leicht süßes Aroma. Wegen der guten Klebekraft ist es eine ideale Basis für Fließwasser- Futtermischungen. Bis zu 50% können wir für unser Grundfutter verwenden.

Bindende Mehle

PV-1 Collant ist mein Favorit für das Fließwasser. Die Handhabung ist sehr einfach und die Bindekraft recht hoch. PV-1 ist eine Melassegrütze, hat also ein malziges Aroma und einen hohen Proteinanteil. Ich benutze in der Regel nicht mehr als 20%. Je nach Gewässertyp muss ich den Anteil aber stark variieren. Zum Beispiel brauche ich in einem Kanal weitaus weniger Bindung als in einem Fluss mit starker Strömung.

Coprah Melasse ist ebenfalls ein gutes Mehl für die Brassenangelei, aber auch nur zum binden von Futtermischungen hervorragend geeignet. Es ist sehr süß, aber ein wenig dunkler als PV-1. Somit ist es auch super für die Winterangelei geeignet. Der Anteil in unserem Futter sollte nicht mehr als 20% betragen.

Brassenangeln im Fluss ohne TTX? Inzwischen schon fast undenkbar. TTX-Maiskeimkuchen sollte einige Stunden vor dem Angeln mit der doppelten Menge kochendem Wasser aufgegossen werden. Nachdem sich der Maiskuchen voll gesogen hat, wird er in das Futter gegeben. Gerade bei der Verwendung des klebrigen TTX muss ein Sieb verwendet werden! Der Anteil in meinen Futtermischungen beträgt nicht mehr als 20%.

Haferflocken sind eine nette und günstige Alternative. Vor allem Brassen und Rotaugen sind heiß auf die Flocken. Gemahlen sind sie auch ein hervorragendes Bindemittel für das Grundfutter. Aber Vorsicht: Sie sättigen die Fische sehr schnell! Im Sommer ist das vielleicht zu vernachlässigen, im Winter aber katastrophal.

Sojamehl ist vielen Karpfenanglern ein Begriff. Es verleiht aber nicht nur Boilies seinen besonderen Geschmack, auch in einem Grundfutter macht sich der Einsatz bezahlt. Neben Karpfen und Brassen sind auch große Schleien mit der Proteinbombe zu überlisten. Zu dem hohen Nährstoff- und Aminosäurengehalt kann Sojamehl auch mit einer hohen Bindekraft glänzen. Wir können es unserem Futter also getrost bis zu 20% untermischen.

Aktive Mehle

Maismehl wird in grob und fein, geröstet oder ungeröstet unterteilt und beeinflusst dementsprechend unser Futter. Da Maismehl wenig Bindekraft besitzt, ist es optimal für das Fischen an der Oberfläche oder in stehenden Gewässern. Süßes, also geröstetes Maismehl ist auch für die Brassenangelei geeignet. Der Anteil wird der jeweiligen Situation am Wasser angepasst. In der Regel zwischen 10% und 25%.

Gemahlene und geröstete Nussmehle benutze ich sehr gerne in meinen Futtermischungen. Sie haben ein unverkennbares Aroma sowie sehr viele Mineralstoffe und Vitamine. Nussmehle haben wenig Bindekraft und verhalten sich unter Wasser sehr aktiv. Das würzig herbe Aroma spricht vor allem Rotaugen an, aber auch Nasen und Barben lassen sich von dem Duft betören. Um das Futter nicht zu überwürzen, sollte der Anteil nicht mehr als 10% betragen.

Gemahlener Hanf ist wohl der Klassiker schlechthin für die Angelei auf Rotaugen. Aber auch Barben und Nasen stehen voll auf den nussig- öligen Geschmack. Vor allem die geröstete Variante zählt neben dem gerösteten Erdnussmehl zu meinen Favoriten. Der Geschmack ist sehr intensiv und das Mehl regt die Verdauung der Fische an. Ein 20%iger Anteil in unserem Futter lässt Weißfische in einen wahren Fressrausch verfallen.

Lebkuchenmehl ist ein sehr würziges Mehl und eignet sich bestens zum Fang von kapitalen Rotaugen. Ein Anteil von max. 15% ist optimal, denn ein zu stark gewürztes Futter würde die Fische nur abschrecken. Auch als dezenter Aromalieferant im Winter ist es in geringen Mengen sehr förderlich für das Fangergebnis.

Normales Seisesalz gibt es schon ab 0,15€ für das halbe Kilogramm. Durch die Zugabe von Salz kann man den ph-Wert im Bereich des Futterplatzes verändern. Das ist immer ein Magnet für Fische, nicht nur im Winter. Karpfenangler nehmen auch nicht umsonst Salz zum Konservieren oder Trocknen ihrer selbst gerollten Boilies.

Lehm: Lehm bindet nicht nur super, sondern zieht beim Absinken auch eine grandiose Wolke hinter sich her. Und das lieben Fische ja bekanntermaßen. Lehm ist sehr schwer, also auch Ideal für den Einsatz im Fließgewässer geeignet. Zur Vermeidung von Klumpenbildung sollte man den angefeuchteten Lehm nur in bereits angefeuchtetes Futter geben. Je nach Gewässer und Angelmethode empfiehlt sich ein anderer Anteil von Lehm im Futter. Da heißt es ausprobieren.

Die bekanntesten „Fischmehle“ sind wohl gemahlene Forelli- und Heilbuttpellets. Vor allem Karpfen, Nasen und Barben stehen auf den fischigen Geruch. Als Hauptbestandteil von Method Feeder Mixen sind solche Mehle ebenfalls sehr beliebt. Der Anteil in einem normalen Grundfutter kann bis zu 15% betragen, in einem Method-Mix auch über 70%.




Es lässt sich nicht abstreiten, dass man am Anfang zwangsläufig Lehrgeld bezahlen muss. Der Schlüssel zum Erfolg sind die Erkenntnisse, die man daraus zieht. Sobald sich die ersten Erfolge und Verbesserungen verzeichnen lassen, sollte man darauf aufbauen und versuchen sich langsam zu steigern. Man wird zwar nie „das“ Futter finden, aber durch das viele variieren der Komponenten und Konsistenzen lernt man das Fressverhalten und die Gewohnheiten der Fische besser kennen. Und darauf kommt es ja auch an.

Petri Heil !!! Euer Max Seitner




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